Anwendung

hygh‑tec® basic‑plus in der Praxis

Detaillierte Informationen zur Anwendung von hygh‑tec® basic‑plus finden Sie hier. Der hygh‑tec Support unterstützt Sie gerne auch persönlich.

Häufige Fragen zu hygh‑tec® basic‑plus

  • Anwendung


    Wann kann hygh‑tec® basic‑plus angewendet werden?
    Die besondere Dichtungsleistung von hygh‑tec® basic‑plus ermöglicht es, Stühle durch entsprechende Modifikation der Stuhlkonsistenz so lange fließfähig und drainierbar zu halten, wie es die jeweilige Behandlungssituation des Patienten erfordert.

    Fließfähiger Stuhl kann somit zum wichtigen Teil einer übergeordneten, für das Outcome des Patienten entscheidenden, therapeutischen Planung werden.


    Wie wird hyghtec® basic-plus angelegt und gewartet?
    How does hygh-tec work? (PDF zum Download, Poster)

  • Funktion


    Wie stelle ich beim Patienten kontinuierlich fließfähigen Stuhl ein?
    Um Stuhl kontinuierlich fließfähig und somit ableitbar zu halten, kann das jeweilig bestehende, oral applizierte Stuhlmodifikationsschema des Patienten vom behandelnden Arzt entsprechend angepasst werden. Orale Stuhlmodifikation wird bei der Mehrzahl der Intensivpatienten zur Vermeidung von Obstipationen routinemäßig verordnet.


    Was ermöglicht die low-pressure Perfomance von hygh‑tec?
    Der ankernde und dichtende Ballonkörper von hygh‑tec besteht aus einer sehr dünnwandigen, aber formstabilen Weichfolie. Er wird bereits bei der Herstellung auf sein Arbeitsmaß ausgeformt, im Rektum des Patienten aber nur partiell befüllt. Der Ballon liegt dem Rektum und dem Anus in schlaffer Faltung an. Die Wandung des Ballons bleibt spannungslos und geht nicht in Dehnung. Der sich im Rektum einstellende Fülldruck des Ballons entspricht annähernd dem jeweiligen rektalen Druck. Bei korrekter Befüllung kann das Risiko druckbedingter Schädigungen der anliegenden Gewebe somit minimiert werden.


    Warum wird hygh‑tec mit Luft und nicht mit Wasser befüllt?
    Die Wandung des Ballonkörpers ist zwar sehr dünn, jedoch sehr formstabil. Bei Zug- oder Druckbelastung bricht der Ballon nicht aus seiner, bei der Herstellung vorgegebenen, ankernd und dichtend wirkenden Form aus. Er kann daher mit kompressibler Luft, statt mit inkompressiblem Wasser befüllt werden.


    Warum ist der Ballon von hygh‑tec so außergewöhnlich dünn?
    Da der Ballonkörper dem Rektum und dem Anus in schlaffer Faltung anliegt, würden sich bei der Verwendung von dickwandigen Materialen grobe Falten ausbilden, die Darminhalt abfließen lassen. Dünnwandige Ballonfolien sind in der Lage auch im spannungslos gefalteten Zustand ausreichende Dichtung zu gewährleisten.


    Ist der im Rektum und Anus platzierte Drainagekopf zu steif?
    Die Kopfeinheit der Drainage besteht aus einem elastischen Schaftschlauch, der den hantelförmigen Ballonkörper trägt. Der transanal positionierte Schaftschlauch faltet sich bei normalem Tonus des Schließmuskels im Analkanal radial ein. Liegt der Schlauch in Faltung, lässt seine den Schlauch radial aufrichtende, elastische Wirkung nach. Der Analapparat wird durch den gefalteten Schlauch nicht beschädigt. Luxiert der Schaftschlauch aus seiner transanalen Lage in das Rektum hinein und stößt auf die Darmwand, knickt er über seine Länge hinweg knautschzonenartig ein.


    Wird hygh‑tec auch von wachen Patienten toleriert?
    Der Drainagekopf von hygh‑tec ist aus leichten Materialien aufgebaut. Er wird mit Luft befüllt und spannungslos schlaff im Körper platziert. Durch seine Fähigkeit zur elastischen Verformung passt er sich der Motilität des Anus und den Bewegungen des Patienten weitgehend irritationsfrei an.


    Können Patienten mit hygh‑tec mobilisiert werden?
    Patienten können mit hygh‑tec in eine sitzende und auch in eine stehende Position gebracht werden. Für den Erhalt der Dichtungsleistung ist eine regelmäßige Kontrolle der transanalen Lage entscheidend. Der gelbe Positionierungsring muss vor dem Anus sichtbar sein.


    Schädigt das Produkt den analen Schließmuskel?
    Erosionen der Analschleimhaut werden durch den koaxialen Aufbau des transanalen Segments des Drainagekopfes weitgehend vermieden. Die äußere Folienlage liegt der Analschleimhaut kontinuierlich an und dichtet den Analkanal in einer tamponierenden Weise. Residualer Stuhl wird so aus dem Analkanal verdrängt und kann daher nicht irritierend wirken. Die innere, stuhlableitende Schlauchlage wird durch die äußere Folienlage schützend eingehaust, wodurch wiederum eine direkte mechanische Irritation der Schleimhaut vermieden werden kann.

    Nach längeren Anwendungen von hygh‑tec über mehreren Wochen kann der Analapparat ein bis zwei Tage bis zur vollständigen Herstellung der Verschlussfunktion benötigen.


    Warum muss hygh‑tec in Intervallen von 3 Tagen entleert und wiederbefüllt werden?
    Die Wandung des Ballonköpers von hygh‑tec ist verlässlich gasdicht. Allerdings bieten die im Produkt verwendeten Verschlussventile keine dauerhaft zuverlässige Dichtungsleistung. Daher sollte der Drainagekopf zur Aufrechterhaltung des für Ankerung und Dichtung erforderlichen Füllvolumens von 85 ml Luft im 3‑tägigen Intervall vollständig entleert und wiederbefüllt werden.


    Wie kann man Geruchsbildung durch das System vermeiden?
    Die Wandung des stuhlableitenden Schlauches, der den Drainagekopf mit dem Sammelbeutel verbindet, besteht durchgängig aus PVC. Zwar bietet PVC eine gewisse Barriere-Leistung, was die Freisetzung von Stuhlgeruch betrifft, dennoch muss das System im 8‑stündigen Intervall durch eine reinigende Spülung mit ca. 150 ml Wasser von geruchsbildenden Auflagerungen im stuhlableitenden Lumen befreit werden.

  • Risiken


    Überfüllung des Ballons
    Der Ballon des Drainagekopfes darf nicht mit mehr als 85 ml Luft befüllt werden. Wird diese Füllmenge überschritten, geht die Wandung des Ballons vom gewünschten spannungslos schlaffen in einen gedehnten Zustand über, wobei er den jeweiligen Fülldruck kontinuierlich auf das Rektum überträgt und so druckbedingte Schädigungen der dem Ballon anliegenden Strukturen verursachen kann.

    Ab einem gewissen Grad der Befüllung kommt es darüber hinaus zum partiellen oder vollständigen Kollaps des stuhlableitenden Schlauches im inneren des Ballons, wodurch sich Stuhl in der Ampulle des Patienten stauen und es so zum Überlaufen von Stuhl über den Drainagekopf kommen kann.


    Druckbedingte Schädigungen des Rektums durch “Nachblockung” des Ballons
    Die Dichtungsleistung von hygh‑tec kann durch eine Steigerung des Füllvolumens nicht verbessert werden. Eine Überfüllung des Ballons kann zur Entstehung von Druckschäden und zur Stauung von Stuhl führen. Sollte es bei liegender Drainage zu einem Austritt von Stuhl aus dem Anus kommen, muss der Ballon als erste Maßnahme vollständig entleert und im Anschluss erneut mit 85 ml Luft befüllt werden.


    Versehentliche Injektion von Flüssigkeit in den Ballon
    Der Port für die Zuleitung von Spül- und Irrigationsflüssigkeit ist mit einer entsprechenden Kennzeichnung versehen. Das Einspritzen von Flüssigkeit in die Befüll-Leitung des Drainagekopfes ist wegen des Risikos der Entstehung von druckbedingten Läsionen unbedingt zu vermeiden. Um eine versehentliche Injektion von Flüssigkeit in den Ballonkörper zu erkennen, sollte der präanale, aus den Anus herausragende Anteil des Ballons im 8-stündigen Intervall vom Anwender manuell getastet und beurteilt werden. Erscheint der Fülldruck zu hoch, muss der Ballon vollständig entleert und anschließend neu befüllt werden.


    Druckbedingte Schädigungen des Rektums
    Bei kritisch kranken Patienten können druckbedingte Schädigungen des Rektums und des Anus grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Abhängig vom jeweiligen Erkrankungsgeschehen muss die Durchführung einer kontinuierlichen Stuhlableitung vom behandelnden Arzt im Behandlungsverlauf kritisch abgewogen werden. Insbesondere bei Patienten mit septischer Kreislauflage ist auf klinische Zeichen druckbedingter Läsionen zu achten. In vielen Fällen äußern sich diese durch die Ausbildung blutender Ulzerationen der rektalen oder analen Schleimhaut.

  • Nutzen


    Trockener, kontaminationsfreier perianaler Hautstatus
    hygh‑tec® basic‑plus ermöglicht im Verlauf einer Stuhlableitung einen durchgängig trockenen Hautstatus. Der sich somit erschließende Anwendungsnutzen beschränkt sich nicht auf offensichtliche, pflegerisch-hygienische Vorteile, sondern kann in die therapeutische Planung integriert und dort wesentliche Vorteile im Behandlungsverlauf bieten.

    Beispielsweise können sakrale oder perianale Hautdefekte beschleunigt abheilen, indem wiederkehrende Verschmutzungen von Verbänden und Wundflächen durch eine zuverlässig geschlossene, schließmuskelsynchronisierte Stuhlableitung vermieden werden. Instabile Patienten in einer minimal-handling Situation oder auch in der Leiste kanülierte Patienten können durch entsprechende Stuhlmodifikation und ‑ableitung trocken und durchgängig pflegbar gehalten werden.


    Mobilisierung von Patienten
    Patienten können mit hygh‑tec® basic‑plus aus einer liegenden in eine sitzende Position gebracht werden. Auch die sitzende Lagerung im Stuhl ist mit hygh‑tec möglich. Die adaptive, den Bewegungen des Patienten folgende Dichtung des Anus ermöglicht es drüber hinaus Patienten in eine stehende Körperlage zu bringen und laufen zu lassen. Für die Wirksamkeit der Dichtung ist dabei die regelmäßige Kontrolle der korrekten transanalen Lage von hygh‑tec entscheidend. hygh‑tec wird von wachen, orientierten Patienten in der Regel als gering irritierend und gut tragbar empfunden.


    Reduktion von Reinigungsaufwand
    Um eine reibungslose, effiziente Pflege zu ermöglichen, müssen Pflegeprozesse möglichst stabil und kalkulierbar ablaufen. Jede vermeidbare Reinigungsmaßnahme am Patienten trägt hierzu bei. Bei entsprechend konsequenter Einweisung der Pflegeteams in das System, kann leckagebedingter Reinigungsaufwand auf ein sehr kleines, für optimale Pflegelogistik entscheidendes Maß minimiert werden.


    Reduktion der Kontamination mit Stuhlkeimen
    hygh‑tec möchte Anwendern einen objektiven Bezugspunkt für hygienische Arbeit am Patienten bieten. Dieser besteht in der Vermeidung von sichtbarer Verschmutzung durch Exkrete und Sekrete, sowohl des Patienten aus auch der unmittelbaren und weiteren Pflegeumgebung. Das Ziel ist ambitioniert, jedoch auf der Grundlage optimiert dichtender Verschluss- und Zugangssysteme erreichbar.

    hygh‑tec entwickelt mit seiner “Contamination Containment” Plattform ein übergreifendes Device-Konzept, das über die Stuhlversorgung hinaus, auch die Ableitung von Urin und das Management von Magen- und Rachensekreten umfasst. 

Ihr hygh‑tec Ansprechpartner

Dr. med. Fred Göbel (Leiter Entwicklung)
T  +49 (0)7254 40397-10
fred.goebel@creativeballoons.de

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